Yardimci schießt Ex-Klub ab — Eintracht weiter sieglos

1. FC Kaiserslautern mit Trainer Torsten Lieberknecht gewinnt gegen die Eintracht mit 1:0
1. FC Kaiserslautern mit Trainer Torsten Lieberknecht gewinnt gegen die Eintracht mit 1:0

Knappe Pleite auf dem Betzenberg Eintracht bleibt weiter sieglos

KAISERSLAUTERN. Vor dem Fritz Walter Stadion auf dem Betzenberg empfing der 1. FC Kaiserslautern die Eintracht aus Braunschweig zum Auswärtsspiel am 6. Spieltag der 2. Bundesliga. Was die Mannschaft von Lars Kornetka dort erlebte, war ein gebrauchter Tag in jeder Hinsicht: drei Verletzungen, keine Punkte und das fünfte Ligaspiel in Folge ohne Sieg.

Bereits in der Anfangsphase zeichnete sich ab, dass dieser Samstag kompliziert werden würde. Debütant Isidoros Koutsidis, der an diesem Nachmittag sein erstes Spiel in der 2. Bundesliga bestritt, musste früh vom Feld. Der linke Oberschenkel machte nicht mit. Andi Hoti kam für ihn ins Spiel. Kaum hatte sich die Eintracht auf diese Situation eingestellt, folgte der nächste Rückschlag. Kurz zuvor hatte Lauterns Kapitän Marlon Ritter noch einen Freistoß in der Mauer verschwinden lassen (12.), ohne Gefahr zu entfalten. Die Braunschweiger antworteten: Zunächst köpfte Aaron Opoku vorbei, dann scheiterte Stürmer Jan Urbich an FCK-Keeper Julian Krahl (17. und 20.). Zwei Chancen, kein Ertrag. Und dann traf es auch Urbich. Der Angreifer klagte über Schmerzen im Fuß und konnte nicht weiterspielen. Jovan Mijatovic ersetzte ihn in der 27. Minute. Drei Wechsel, davon bereits zwei verletzungsbedingt und die erste Halbzeit war noch nicht einmal zur Hälfte gespielt.

**Hoti kämpft sich durch, Halbzeit bleibt torlos**

Innenverteidiger Hoti kämpfte bereits vor der Pause mit Oberschenkelproblemen. Lars Kornetka entschied sich bewusst, das dritte und letzte Wechselfenster nicht vor der Pause auszuschöpfen. Hoti rettete sich durch die erste Halbzeit, blieb dann aber erwartbar in der Kabine. Lukas Frenkert verteidigte in der zweiten Hälfte an der Seite von Kevin Ehlers. Die Eintracht hatte vor der Pause noch eine nennenswerte Chance durch Thierry Tazemeta, dessen Versuch aus spitzem Winkel allerdings klar über den Querbalken ging (43.). Mit 0:0 ging es in die Pause. Ein Ergebnis, das angesichts der widrigen Umstände für die Braunschweiger noch vertretbar war.

Die Löwen erwischten einen ordentlichen Start in die zweite Hälfte. Samuele Di Benedetto versuchte es mit einem Fernschuss, doch Keeper Krahl war sicher zur Stelle (53.). Die Partie blieb eng. Wenn Kaiserslautern in dieser Phase gefährlich wurde, dann aus Braunschweiger Fehlern heraus. Thorben Hoffmann rettete für die Eintracht in dieser Phase mehrfach in höchster Not. Das Spiel war offen und genau das machte den Moment in der 73. Minute so schmerzhaft.

**Yardimci trifft für den Ex-Klub und es reicht**

Ausgerechnet Erencan Yardimci, einst selbst im Trikot der Eintracht, erzielte das entscheidende Tor. Die Situation entstand aus einem Konter nach einer Braunschweiger Ecke. Florian Flick beschrieb es hinterher klar: Aus der eigenen Ecke ließ die Eintracht einen Zwei-gegen-Eins-Konter zu, den Yardimci eiskalt abschloss. 1:0 für Kaiserslautern. Die Heimmannschaft von Trainer Torsten Lieberknecht hatte die einzige zwingende Situation des zweiten Durchgangs genutzt. Braunschweig versuchte in der Schlussphase noch zu antworten. Aaron Opoku hatte selbst eine Chance, bei der der Ball nach eigenem Bekunden hätte reingehen müssen. Er ging nicht rein. Mit 0:1 endete die Partie eine knappe, aber bittere Niederlage.

Für Lars Kornetka und seine Mannschaft bedeutet das nun fünf Pflichtspiele in Folge ohne Sieg in der Liga. In der Tabelle steht Eintracht Braunschweig nach sechs Spieltagen auf Platz 13 mit vier Punkten aus einer einzigen Sieg, einem Unentschieden und vier Niederlagen bei einem Torverhältnis von 12:13. Der Abstand nach unten ist gering: Hannover 96 auf Platz 16, dem ersten Relegationsplatz, hat ebenfalls vier Punkte. Dynamo Dresden und der SV Darmstadt 98 auf den direkten Abstiegsplätzen 17 und 18 liegen in unmittelbarer Nähe. Die Luft ist dünn.

**Die Stimmen zum Spiel**

Lars Kornetka fasste die Lage nüchtern zusammen: Es war eine schwierige Situation für uns, weil wir wussten, dass es hier auswärts auf dem Betzenberg schwer wird. Dann ist es bitter, dass wir in der ersten Halbzeit gleich drei Verletzungen hinnehmen mussten. Die Wechsel haben uns dann in der zweiten Hälfte etwas den Mut mit dem Ball genommen.“ Technische Sauberkeit habe seiner Mannschaft gefehlt, räumte Lars Kornetka ein.

Thorben Hoffmann sah es ähnlich: Das Gegentor ist mit dem Zwei gegen Eins natürlich fahrlässig verteidigt. Es tut heute extrem weh, dass wir diesen Punkt nicht mitnehmen können.“ Gleichzeitig verwies er auf das Kämpferische: Über lange Strecken waren wir mit Lautern auf Augenhöhe. Darauf können wir aufbauen.“

Florian Flick ergänzte: Wir haben nicht viel zugelassen und standen gut. Aber dann werden wir eiskalt bestraft. Dass wir so einen Gegentreffer aus einer eigenen Ecke bekommen, darf nicht passieren.“

Aaron Opoku wurde deutlich: Ich bin sehr enttäuscht, weil jeder weiß, dass hier heute mehr gegangen wäre. Wir müssen Taten sprechen lassen. Am Ende müssen wir es auf dem Platz zeigen.“

Nun kommt die Länderspielpause. Mehrere Spieler erwähnten sie ausdrücklich Flick und Opoku sehen darin zumindest etwas Positives für Kopf und Körper. Am 9. Oktober empfängt Eintracht Braunschweig dann Holstein Kiel zum Heimspiel. Ein Duell, das angesichts der Tabellensituation erhebliches Gewicht haben wird.