WOLFSBURG. Vor 18.345 Zuschauern in der Volkswagen Arena hat der VfL Wolfsburg am 6. Spieltag der 2. Bundesliga den SV Darmstadt 98 mit 5:1 deutlich geschlagen und damit eindrucksvoll unterstrichen, warum der Bundesliga-Absteiger als klarer Aufstiegsfavorit in diese Saison gestartet ist.
Von Beginn an übernahm Wolfsburg das Kommando. Sael Kumbedi stieß früh über rechts vor, wurde aber noch per Grätsche gestoppt. Dann war es Maximilian Reese, der die Partie prägte: Er holte die erste Ecke heraus, kam mehrfach zum Abschluss und bereitete schließlich das 1:0 vor. In der 14. Minute ließ Reese an der linken Strafraumkante einen Gegenspieler mit einer feinen Finte stehen und legte ab in den Lauf von Anton Bernhardsson. Der Schwede zog aus neun Metern ab und versenkte die Kugel flach per Innenpfosten im rechten Winkel. Verdient, denn von Darmstadt war offensiv zu diesem Zeitpunkt so gut wie nichts zu sehen.
**Darmstadt trifft aus dem Nichts Wolfsburg antwortet kaltblütig**
Der Ausgleich fiel gegen den Spielverlauf. Klefisch luchste Maehle den Ball ab und legte direkt ab auf Milan Smit, der im Strafraum völlig frei stand und die Kugel in der 29. Minute mit Wucht in den Winkel jagte. Der Treffer zum 1:1 war unvermittelt, aber nicht zu beanstanden. Wolfsburg versuchte sofort die Antwort: Reese flankte in die Mitte, Gerhardt kam mit der Schulter an den Ball und setzte ihn aus kurzer Distanz links am Tor vorbei. Lee köpfte kurz darauf über den Kasten.
Doch Tobias Strobls Mannschaft ließ sich nicht beirren. In der 40. Minute schlug Bernhardsson eine lange Flanke von rechts an den langen Pfosten. Robert Glatzel schraubte sich in typischer Manier in die Höhe und nickte in die kurze Ecke ein: 2:1 für die Wölfe zur Pause. Die erneute Führung war angemessen. Lediglich Damars gelbe Karte kurz vor dem Halbzeitpfiff trübte den Eindruck leicht.
Der zweite Abschnitt begann mit einem Schockmoment auf der anderen Seite: Pfeiffer feuerte einen gewaltigen Flachschuss aufs Wolfsburger Tor, der Ball knallte an den rechten Pfosten, von dort an den linken und sprang ins Spielfeld zurück. Dann übernahm Wolfsburg wieder das Zepter. In der 61. Minute war es erneut Bernhardsson, der traf und auf 3:1 erhöhte. Sechs Minuten später machte Mert Damar mit dem 4:1 in der 67. Minute alles klar. Den Schlusspunkt setzte Glatzel in der 79. Minute mit seinem zweiten Treffer des Abends zum 5:1-Endstand.
**Platz vier nach sechs Spieltagen der Abstand nach oben ist das Thema**
Mit nun elf Punkten aus sechs Spielen rangiert Wolfsburg auf Platz vier der Tabelle, hinter Hertha BSC (15 Punkte), dem 1. FC Nürnberg (13 Punkte) und dem 1. FC Heidenheim 1846 (12 Punkte). Das ist nach einem Drittel des Saisonstarts keine Alarmmarke, aber auch keine Position, die einem Klub mit dem mit Abstand teuersten Kader der 2. Bundesliga-Geschichte auf Dauer reichen wird. Zum Relegationsrang 16, den aktuell Dynamo Dresden belegt, beträgt der Abstand bereits sieben Punkte die Frage nach dem Klassenerhalt stellt sich für Wolfsburg nicht. Die Frage nach dem direkten Aufstieg aber sehr wohl, und da sind es nach oben drei Punkte auf den 1. FC Nürnberg und vier auf Spitzenreiter Hertha BSC. Das Tabellenfeld ist nach sechs Spieltagen noch eng beisammen enge Ergebnisse können das schnell verschieben, in beide Richtungen.
Trainer Tobias Strobl konnte mit dem Abend zufrieden sein. Sein Team ließ sich durch den unglücklichen Ausgleich nicht aus dem Konzept bringen und antwortete zweimal mit klarer Reaktion. Auf der Gegenseite wird Florian Kohfeldt, ehemaliger Coach in Wolfsburg und nun Trainer in Darmstadt, wissen, dass seine Mannschaft auf diesem Niveau noch erheblich zulegen muss. Der SV Darmstadt 98 steht nach sechs Spieltagen auf dem vorletzten Tabellenplatz die Herausforderungen sind für Kohfeldt in dieser Saison immens.
Für Wolfsburg geht es nach der Länderspielpause am 10. Oktober beim 1. FC Nürnberg weiter. Der aktuelle Tabellenzweite wartet auswärts auf die Wölfe ein direktes Duell um den Anschluss an die Aufstiegsränge. Besser hätte Wolfsburg nicht in die Pause gehen können.
