Völkenrode/Wendeburg Wird endlich der Bau einer Radverbindung zwischen Braunschweig und Bortfelder Kreisel auf den Weg gebracht?
Von Dieter R. Doden
Im September sind Kommunalwahlen. Da legen sich die Parteien mächtig ins Zeug, um Wählerstimmen zu sammeln. Und plötzlich werden dann von der Bevölkerung lange geforderte Projekte, die im Laufe der Jahre in der bürokratischen Versenkung verschwanden, wieder ans Tageslicht befördert. So geschehen mit dem gewünschten Radweg entlang der L611 zwischen Völkenrode und Bortfelder Kreisel. Die Rundschau hat in den zurückliegenden Jahren mehrfach darüber berichtet.
Kleine Rückschau:
Im Oktober 1990 schrieb ein Mädchen an den damaligen Braunschweiger Oberbürgermeister Werner Steffens und bat um den Bau des besagten Radweges. OB Steffens versprach, sich zu kümmern. Jahre später, im Januar 2018 hatte sich eine Bürgerinitiative „Radweg jetzt – Völkenrode“ gegründet, die mit Nachdruck den Radweg forderte, weil zum Beispiel Braunschweiger Schüler auf diesem sicherer zur Aueschule in Wendeburg kommen sollten.
Was in den Folgejahren alles an Aktivitäten der Bürgerinitiative auf die Beine gestellt wurde, kann hier aus Platzgründen nicht aufgelistet werden. Die Bemühungen ließen nicht nach. Erfolg hatten diese allerdings nicht. Die politischen Entscheidungsträger jedweder Farbgebung in Braunschweig und Wendeburg – die Grenze beider Kommunen liegt etwa auf der Hälfte der Wegstrecke – sahen keine Möglichkeit, den Radweg zu realisieren. Der Wille war wohl da, aber die Hürden waren zu vielfältig und zu hoch. Bis jetzt…
Noch einmal: Im September sind Kommunalwahlen! Da legen sich die Parteien mächtig ins Zeug. Und so kam es am 15. April 2026 zu einem Beschlussvorschlag der SPD-Fraktion und der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Stadtbezirksrat 321 (Lehndorf-Watenbüttel), aus dem wir in Auszügen zitieren:
Die Verwaltung wird beauftragt, gemeinsam mit dem Landkreis Peine und der Gemeinde Wendeburg gegenüber dem Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Bauen […] eine abgestimmte Initiative zu ergreifen, mit dem Ziel, den Radweg entlang der L 611 zwischen Völkenrode und dem Bortfelder Kreisel im Rahmen der Fortschreibung des „Radwegekonzepts für Landesstraßen“ in den „vordringlichen Bedarf“ aufzunehmen.
Die Verwaltung der Stadt Braunschweig nahm dazu am 24. April 2026 wie folgt Stellung (Ebenfalls wörtliche Wiedergabe in Auszügen):
Die Verwaltung sieht im Radweg […] eine sinnvolle Ergänzung des bestehenden Radverkehrsnetzes für Braunschweig und eine wichtige Anbindung an das Umland. […] Grundsätzlich hält die Verwaltung die Anlage von Radwegen entlang von Landesstraßen für wichtig, um einerseits das Radfahren von und in das Umland attraktiver zu gestalten und andererseits dort das Unfallrisiko zu minimieren. […] Für die Realisierung des Radweges ist eine interkommunale Zusammenarbeit des Landkreises Peine, der Gemeinde Wendeburg und der Stadt Braunschweig erforderlich. Vor diesem Hintergrund wird die Verwaltung das an das Niedersächsische Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Bauen versandte Schreiben den beiden anderen Kommunen weiterleiten und darum bitten, sich ebenfalls mit einem entsprechenden Appell dorthin zu wenden.
Inzwischen führte man Gespräche, unter anderem am Bortfelder Kreisel, und – sieh mal einer an! – alle, CDU, SPD, Grüne, FDP und so weiter waren am 28. April im Ausschuss für Mobilität (AMTA) dafür, einen Radwegebau auf den Weg zu bringen und stimmen dem Beschlussvorschlag ohne Änderung einstimmig zu. Aber gebaut ist der Radweg damit noch lange nicht. Die Politik in Wendeburg und die beim Landkreis Peine muss auch noch zustimmen und dann erfolgt das Auswahlverfahren beim Ministerium für Verkehr in Hannover bzw. beim Landesstraßenbauamt in Wolfenbüttel.
Das neue Radwegekonzept für Landesstraßen soll im 3. Quartal 2026 beim Verkehrsministerium als Entwurf fertig sein und dann mit den Kommunen abgestimmt werden. Eine Veröffentlichung ist somit kaum vor 2027 zu erwarten. Abwarten ist also weiter angesagt. Bleibt zu hoffen, dass der ganze Vorgang nach der Kommunalwahl nicht wieder in der Versenkung verschwindet. Die Rundschau wird das im Auge behalten.
