Todesfall auf der Tribüne

Dreikampf mit Yann Sturm, Niklas Hauptmann und Max Marie
Yan Sturm (l.) und Max Marie (r.) versuchen Niklas Hartmann zu stellen.

Punkt reicht nicht – Eintracht zittert sich ins Unentschieden

BRAUNSCHWEIG. Vor 20.915 Zuschauern im EINTRACHT-STADION trennten sich Eintracht Braunschweig und Dynamo Dresden am 5. Spieltag der 2. Bundesliga mit einem 2:2-Unentschieden. Dieser Spieltag stand allerdings von Beginn an unter einem anderen Vorzeichen: Vor dem Anpfiff kam es auf der Tribüne zu einem medizinischen Notfall. Ein Eintracht-Fan verstarb noch auf dem Weg ins Krankenhaus. Die Partie begann mit 15-minütiger Verspätung. Aller Fußball rückte an diesem Nachmittag in den Hintergrund.

Als der Ball dann rollte, war von Zurückhaltung auf dem Rasen nichts zu spüren. Die Partie begann, als hätten die Spieler die Verzögerung persönlich genommen. Dynamo Dresden ließ aus einer Ecke heraus Nicolai Rapp frei stehen. Der Dresdner schaltete am schnellsten und schoss die Sachsen in der dritten Minute zur Führung. Kalt erwischt, aber nicht geschockt: Eintracht Braunschweig antwortete postwendend. Mehmet Can Aydin flankte in der fünften Minute von links, Maximilian Entrup vollendete sehenswert zum 1:1. Zwei Tore in zwei Minuten ein Auftakt, der Tempo ankündigte.

Das Tempo hielt an. Robert Wagner fasste sich kurz darauf ein Herz aus der Distanz, der Ball krachte an die Latte. Auf der anderen Seite verpasste Yann Sturm bei einem Eintracht-Konter in der 21. Minute knapp die mögliche Führung. Cheftrainer Lars Kornetka hatte auf dieselbe Startelf gesetzt, die zuletzt beim 1:3 in Osnabrück begonnen hatte. Dynamo-Trainer Thomas Stamm hingegen hatte Thomas Keller und Kennedy Okpala neu in die Anfangsformation beordert. Zur Pause blieb es beim 1:1 ein Ergebnis, das dem Spielgeschehen gerecht wurde.

Nach dem Seitenwechsel übernahm Braunschweig das Heft. Lars Kornetka brachte zur Pause Jan Urbich und Norman Katterbach für Maximilian Entrup und Di Michele Sánchez. Urbich verpasste kurz nach Wiederbeginn in der 51. Minute die mögliche Führung. Einen Augenblick später rauschte ein abgefälschter Schuss von Samuele Di Benedetto knapp am Dresdner Tor vorbei. Der Druck der Eintracht wuchs.

Die Belohnung folgte in der 68. Minute. Sturm traf zunächst den Pfosten, dann gab es nach einer Ecke Elfmeter für Braunschweig. Mehmet Can Aydin trat an und verwandelte sicher zur 2:1-Führung. Die Eintracht schien auf Kurs.

Doch Dynamo Dresden ließ sich nicht abschütteln. In der 72. Minute rettete SGD-Verteidiger Thomas Keller den Sachsen mit einem Kopfball das Remis. Vier Minuten, zwei Tore und plötzlich stand es wieder 2:2. Die Schlussphase brachte keine weitere Entscheidung mehr. Beim Stand von 2:2 beendete Schiedsrichter Lars Erbst die Partie.

Auf der Karte sahen Marie, Di Benedetto und Hoti auf Braunschweiger Seite Gelb. Für Dresden wurden Wagner und Bobzien verwarnt.

Nach fünf Spieltagen steht Eintracht Braunschweig mit vier Punkten auf Platz 12 der Tabelle mit einer Bilanz von einem Sieg, einem Unentschieden und drei Niederlagen sowie einem Torverhältnis von 12:12. Der Abstand nach oben ist groß: Tabellenführer 1. FC Nürnberg kommt bereits auf 13 Punkte, Hertha BSC auf 12. Das Unentschieden gegen Dresden war nicht wertlos. Doch es macht die Lage nicht komfortabler.

Hinter Braunschweig lauert SV Darmstadt 98 ebenfalls am Rand des Abstiegsgebiets. Dynamo Dresden als 17. auf einem direkten Abstiegsrang. Für Thomas Stamm und seine Mannschaft ist das Remis in Braunschweig unter diesen Umständen noch ein Punkt mehr als nichts.

Lars Kornetka stand nach dem Abpfiff vor einer schwierigen Aufgabe. Über Sport zu reden, fiel an diesem Tag schwer. Eintracht Braunschweig hatte auf der offiziellen Vereinsseite noch vor dem Schlusspfiff mitgeteilt, dass das sportliche Geschehen heute in den Hintergrund rückt und darum gebeten, diesen Moment mit Würde zu tragen. Die Fans im EINTRACHT-STADION hatten das getan.

**Ausblick: Kaiserslautern wartet**

Am kommenden Spieltag ist Eintracht Braunschweig zu Gast beim 1. FC Kaiserslautern. Das Auswärtsspiel auf dem Betzenberg steigt am 19. September 2026. Für Lars Kornetka und seine Mannschaft geht es darum, Punkte zu holen ohne Wenn und Aber. Die Tabelle lässt keinen Spielraum für weitere Punktverluste.