Gegen Gewalt –
„Öffentlicher Nahverkehr“
Die Autorin und Texterin Thea Mengeler studierte Literarisches Schreiben und Kommunikationsdesign in Hildesheim, Kiel und Istanbul. Heute lebt sie in Hannover. Für ihr 2024 erschienenes Buch „Nach den Fähren“ bekam sie unter anderem den Rotahorn-Literaturpreis. Nun folgt ihr Roman „Öffentlicher Nahverkehr“. Darin wehrt sich eine junge Frau gegen digitale sexualisierte Gewalt. Sie führt ein erfolgreiches Leben als Influencerin. So lange, bis ein intimes Video von ihr veröffentlicht wird. Ausgerechnet von ihrem Ex. Ihr Account quillt über vor demütigenden und bedrohlichen Nachrichten. Sie geht daraufhin offline, zieht in eine andere Stadt und in die Anonymität des öffentlichen Nahverkehrs. Der Bus wird für sie Rückzugsort und Spiegel. Sie beobachtet die Mitfahrenden und stellt Vergleiche mit sich selber an. In der Protagonistin wächst Wut, sie will nicht länger schweigen. Die Autorin schildert eindringlich alltägliche Grausamkeiten, sexistische Rollenbilder, Belästigungen und Angstzustände. Ein aufrüttelndes Buch gegen Gewalt. Von mir dafür fünf Sterne.
Bewertung: ★★★★★
Autor: Thea Mengeler
Genre: Roman
Verlag: Wallstein, gebundene Ausgabe
Preis: 22 Euro
