Von Eberhard G. Roscher
Das Duo Minuit, das über die Konzertförderung des Deutschen Musikwettbewerbs in die Reihe KonzertGut Gesellschaft kamen, sind zwei junge Damen, die Cellistin Anouchka Hack und die spanische Harfenistin Noelia Cotuna, beides Vollblutmusikerinnen. Und sie kamen mit einem ganz außergewöhnlichen Programm, das überschrieben war mit „Kneipenmukke“! Und sie nahmen das Publikum mit auf eine Reise von Argentinien, Spanien, Ungarn, Frankreich, Irland, Schottland und in die verrauchten Spelunken in Buenos Aires, spanische Flamenco-Bars, in die Jazz-Keller von New Orleans, in irische Pubs und auf ungarische Marktplätze.
Beide Musikerinnen moderierten durch das Programm und sponnen einen roten Faden von Musikstück zu Musikstück.
Drei Stücke von Astor Piazzolla standen im Programm, Nightclub 1960, Café 1930, Oblivion und Libertango. Die beiden Musikerinnen spielten mit lateinamerikanischem Flair, sehr virtuos und ausdrucksstark, den bekannten Tango nuevo! Dann folgte Manuel de Fallas „Suite popular española“, der als Schöpfer einer neuen spanischen Nationalmusik gilt. Auch hier boten beide Musikerinnen tadelloses Spiel. Und dann ging es nach Ungarn mit Béla Bartóks Rumänischen Volkstänzen Sz. 56.
Nach der Pause dann einzelne Kompositionen von Lili Boulanger, Claude Debussy, Turlough O’Carolan, Harold Arlen, Errol Garner und Henriette Bosmans. Sehr unterschiedlich in ihrer Einzelheit. Am Anfang stand die Nacht und bei „Over the Rainbow“ sang das Publikum sogar mit. Und es endete „neblig“ von Errol Garner und „einer ruhigen Nacht“ von Henriette Bosmans.
Das Publikum war hingerissen von den beiden Musikerinnen und den dargebotenen Stücken. Der Applaus wollte nicht enden!
