Eintracht unterliegt Preußen Münster 1:2

Wieder ohne Torerfolg: Erencan Yardimci (9).
Wieder ohne Torerfolg: Erencan Yardimci (9).
Es hätte ein großer Schritt im Kellerduell gegen Preußen Münster werden sollen – am Ende war der Frust gigantisch. Nach 96 spannenden, aber wenig hochklassigen Minuten ging Blau-Gelb erneut als Verlierer vom Platz. Sehr zum Ärger der rund 21.000 Zuschauer im Eintracht-Stadion.
Choreografie der Preußen-Fans vor dem Spiel
Choreografie der Preußen-Fans vor dem SpielEintracht Fans machen vor dem Spiel StimmungEintracht Fans machen vor dem Spiel Stimmung.    Fotos: Schnelle

 

Trainer Heiner Backhaus nahm vier Änderungen vor: Für den verletzten Ron-Thorben Hoffmann stand Kastrati im Tor, für Michele Sanchez kehrte Bell Bell zurück. Aydin und Yardimci ersetzten Flick und Mijatovic. Eintracht begann aktiver, störte mit frühem Pressing den Aufbau der Preußen, ohne sich zwingende Chancen zu erspielen.
Beiden Teams merkte man an, dass sie (noch) kein Risiko gehen wollten. Größtes Manko der Löwen: Sie sind schlicht kein eingespieltes Team. Besonders auffällig war die fehlende Abstimmung zwischen Opoku und Yardimci.
So neutralisierten sich beide weitgehend. Dramatisch wurde es in der 43. Minute, als Bell Bell und Kastrati sich komplett missverstanden. Batista Meier schob ein – doch der VAR erkannte den Treffer wegen Handspiels ab. Kurz vor der Pause hatten dann die Gäste Glück, als Meyerhöfer einen Kopfball von Nkoa auf der Linie klärte. Leistungsgerechtes 0:0 zur Pause.
In der 56. Minute folgte endlich die Erlösung: Ehlers verlängerte eine Ecke zu Frenkert, der einköpfte. Eintracht hatte nun mehr vom Spiel, brachte aber keinen zweiten Treffer zustande. Umso bitterer der Ausgleich: In der 76. Minute traf Hendrix, während die Braunschweiger Defensive zu passiv blieb. Backhaus reagierte sofort mit drei Wechseln, doch die Neuen waren kaum sortiert, da drosch Batista Meier einen Freistoß zum 1:2 ins Netz – Kastrati machte dabei keine gute Figur.
Zwar drängte Eintracht am Ende auf den Ausgleich, doch die Blau-Gelben haben momentan schlicht nicht die Mittel, ein Spiel zu erzwingen – selbst nachdem Ex-Löwe Jäkel in der 88. Minute Gelb-Rot sah.
Einst Partner, heute Gegner - Johan Gomez (44) und Paul Jäkel (3), Max Marie schaut zu.
Einst Partner, heute Gegner – Johan Gomez (44) und Paul Jäkel (3), Max Marie schaut zu.
Erwähnt sei auch Schiedsrichter Daniel Siebert, der mehrere knifflige Szenen zu Ungunsten der Eintracht bewertete. Eine weitere rote Karte für Münster und ein Freistoß an der Strafraumgrenze wären durchaus möglich gewesen.
So steht Eintracht wieder auf dem ungeliebten Platz 16. Es sind zwar noch zehn Spiele, doch wenn man sich nicht einmal gegen Mitabstiegskandidaten durchsetzen kann, wird es schwer. Kommende Woche geht es nach Paderborn zum Tabellenzweiten – da hängen die Trauben hoch. Danach kommt Düsseldorf. Wieder ein Spiel, das man eigentlich gewinnen muss.
Die Stimmung in der Löwenstadt ist getrübt. Noch hofft man, dass Backhaus der Mannschaft endlich eine Idee verpasst, wie man Tore erzielt. 27 Treffer – zweitschlechtester Wert der Liga. Ein Punkt aus vier Spielen: die logische Konsequenz.
Der Anhang muss sich erneut damit abfinden, dass auch diese Saison keinen großen Schritt nach vorn bringt. Die Löwen kämpfen, sie rennen, der Wille stimmt – doch die Mittel bleiben begrenzt. Möge das Glück der Eintracht gewogen sein.
Einen ausführlichen Hintergrundbericht zur Lage der Eintracht lesen Sie wie gewohnt in der neuen Ausgabe der Rundschau. Die erscheint am 5. März.