
6 Punkte aus 2 Spielen – Traumstart für die Braunschweiger Eintracht
Kaiserwetter, über 20.000 Zuschauer und Gedenken an den vor einem Jahr verstorbenen Stadionsprecher Stefan Lindstedt. Schon vor Spielbeginn wurde es emotional als der Fanvertreter Erik Lieberknecht das 67iger Trikot an Lindstedts Cousin überreichte. Wenig später dann der lang erwartete Anstoß zum ersten Heimspiel der Saison 2025/26. Ertser Gegner im Templer die Spielvereinigung Greuther Fürth.
Alle Löwen-Fans waren guter Dinge, dass die Eintracht nach dem 1:0 Sieg gegen Magdeburg den nächsten Entwicklungsschritt vollziehen würde. Trainer Backhaus, schickte nahezu die gleiche Elf ins Rennen. Lediglich der für zwei Spiele gesperrte Kevin Ehlers musste ersetzt werden. Für ihn kam Louis Breunig. Nach einer Gedenkminute an den verstorbenen Meisterspieler Peter Kaack wurde die Partie von Schiedsrichter Konrad Oldhafer angepfiffen.
Doch die Franken kamen besser ins Spiel. In der 15. Spielminute war Eintracht Keeper Hoffmann nach dem erst zweiten Torschuss der Fürther geschlagenen. Futkeu legt im Braunschweiger Strafraum auf Klaus zurück, bei dessen Schuss Braunschweigs Keeper Hoffmann aus kurzer Distanz chancenlos blieb. Zwar hob der Linienrichter direkt die Fahne, doch nach langer Überprüfung des Videoassistenten zählte der Treffer.
Etwas aus dem Nichts erzielte die Eintracht mit dem ersten Torschuss in der 32. Minute den Ausgleichstreffer. Für die Braunschweiger traf Frenkert nach Vorlage von Breunig, der damit sein erstes Pflichtspieltor für Eintracht erzielte. Nur drei Minuten später klingelte es schon wieder. Diesmal war es Yardimci, der seinen Treffer nach einem langem Abschlag von Hoffmann im Zusammenspiel mit Conteh selbst einleitete.
Zwei Torabschlüsse zwei Tore, die Eintracht zeigte sich außerordentlich effizient. Mit dem Spielstand von 2:1 ging es dann nach sieben Minuten Nachspielzeit in die Halbzeitpause, aus der beide Mannschaften unverändert auf das Spielfeld zurückkehrten. Und wieder waren es die Gäste, die besser ins Spiel kamen und Braunschweigs Keeper Hoffmann zu einer Glanzparade zwangen. Fürths Bjarnason fasste sich ein Herz und zog aus ungefähr 20 Meter ab, dessen Distanzschuss Hoffmann aber knapp über die Latte lenkte.
In der 72. Minute stand Fortuna der Eintracht zur Seite. Fürths Futkeu setzte sich im Sechzehner der Braunschweiger durch, sein sehenswerter Hakenschuss ging aber wenige Zentimeter am Tor der vorbei. Kurz vor Ende der Partie glich Fürth doch noch zum 2:2 Zwischenstand aus, Torschütze Higl setzte seinen Kopfball präzise ins linke Eck.
So richtig zufrieden wollten sich die Gäste aus Fürth nicht geben und drängten durch mehrere Abschlussversuche auf den Siegtreffer. Aber Eintracht wehrte sich. Die sechs Minuten Nachspielzeit boten noch einmal Spannung pur. Ex-Einträchtler Consbruch sorgte dann ohne Not für die Entscheidung des Spiels. Er zerrte im eigenen Strafraum am Trikot des in der 85. Minute eingewechselten Sebastian Polter. Der Schiedsrichter zögerte nicht und entschied direkt auf Strafstoß für Eintracht.
Polter selbst übernahm in der vierten Minute der Nachspielzeit die Verantwortung und schoss den Ball rechts unten ins Tor. Daraufhin gab es im Stadion kein Halten mehr, die gesamte Mannschaft samt Auswechselbank rannte in die Kurve, um gemeinsam mit den Fans zu jubeln. Backhaus freute sich im Anschluss des Spiels „selbst unser Busfahrer war beim Jubel dabei“. In der verbleibenden Zeit bekamen die Fürther nochmal einen Freistoß aus einer guten Distanz, so dass auch Fürths Torwart mit nach vorne kam. Den ausgeführten Freistoß fing Hoffmann sicher und leitet sofort den Gegenzug ein. Sein langer Abwurf auf Gomez und dessen Ablage auf Sanchez beförderten den Ball ins Tor. Der Tempel bebte. Aber nur kurz. Denn der Videoassistent schaltete sich ein regelkundig ein – Abseits. Direkt im Anschluss der Überprüfung erfolgte der Abpfiff. Damit feiert Eintracht im Stadion den zweiten Erfolg der Saison im zweiten Spiel.
Im Ergebnis durchaus gerechtfertigt, obwohl auch diesmal unübersehbar war, dass auf Trainer Backhaus und seine Mannschaft noch viel Arbeit wartet. Einsatz und Kampfbereitschaft allein dürften am Ende nicht ausreichen, um das Ziel einer sorgenfreien Saison frühzeitig zu sichern.