Eintracht gegen Arminia Bielefeld 1:1

Die Strafraumszene, die zum Endstand von 1:1 führte
Eintracht gegen Bielefeld

Eintracht Braunschweig empfing am 4. Spieltag der 2. Liga  die Arminia aus Bielefeld im Eintracht-Stadion. Bei sommerlichem Wetter waren die über einundzwanzigtausend Fans im Stadion gespannt auf die Partie gegen den Drittliga-Aufsteiger.

Im Vergleich zum spektakulären Pokalspiel gegen den VfB Stuttgart Mitte August musste Trainer Backhaus auf Breunig verzichten, der nach seiner gelb-roten Karte gegen den Karlsruher SC nicht zur Verfügung stand. Für ihn rückte Joe Conteh in die Startelf. Der am Freitag neu verpflichtete Defensivmann Patrick Nkoa war bereits im Kader und nahm zunächst auf der Reservebank Platz.

Bereits in der Anfangsphase war zu sehen, dass die Bielefelder deutlich besser in das Spiel kamen als die Blau-Gelben. Schon in den ersten Minuten hatten die Bielefelder mehrere Torannäherungen, ehe es in der achtzehnten Minute erstmals richtig gefährlich wurde durch einen Schuss von Bielefelds Corboz, den Hoffmann sehr gut zu einer Ecke parierte. Eintracht hatte Mühe, ins Spiel zu finden und machte zu viele individuelle Fehler.

In der einunddreißigsten Minute war es dann so weit: Der Ball lag erstmals im Tor, doch der Schiedsrichter entschied direkt auf Abseits. Marie spielte einen perfekten Pass in die Schnittstelle auf Yardimci, der vor dem Bielefelder Keeper Kerksen eiskalt blieb und ins Tor schoss. So schnell wie der Linienrichter die Fahne hob, so klar war das Abseits jedoch nicht, sodass der Video Assistant Referee eingriff und minutenlang das Tor überprüfte. Am Ende stand Yardimci hauchzart im Abseits und der Treffer zählte nicht.

Die Bielefelder standen vor allem defensiv sehr gut, was ein Durchkommen für die Eintracht extrem erschwerte. In der vierzigsten Minute reagierte Backhaus und nahm den bereits gelb verwarnten Robin Heußer aus dem Spiel. Für ihn kam Fabio Kaufmann neu in die Partie. Kurz vor der Halbzeit nahm Eintracht noch einmal Tempo auf und erhöhte den Druck auf ein Tor. Sie blieben jedoch erfolglos, sodass es nach einer kurzen Nachspielzeit mit einem null zu null in die Halbzeit ging.

Viele individuelle Fehler gaben den Bielefeldern in Durchgang eins Räume für gute Torabschlüsse, die allerdings nicht zwingend genug waren. Eintracht fand mit der Zeit und vor allem nach dem Abseitstor deutlich besser ins Spiel, was vielversprechend für die zweite Halbzeit war.

Bielefelds Trainer wechselte zur zweiten Hälfte und nahm den gelb-rot gefährdeten Grodowski vom Feld. Kurz nach Wiederanpfiff musste Backhaus erneut reagieren. Für Frenkert ging es nicht weiter, neu ins Spiel kam für ihn Szabo. Stürmer für Abwehrspieler – Backhaus machte deutlich, er möchte offensiver spielen und unbedingt ein Tor erzielen.

Eintracht konnte den Schwung vom Ende der ersten Halbzeit mit in die zweite Halbzeit nehmen und fand gut in die Partie hinein, jedoch ohne richtig zwingend vor dem Tor zu werden. In der fünfundsechzigsten Minute eroberten die Braunschweiger im Kollektiv im Mittelfeld den Ball. Daraufhin schickte Szabo mit einem guten Zuspiel Conteh. Dieser blieb vor dem Tor ganz cool, drehte sich mit dem Ball noch einmal am Gegenspieler und am Keeper vorbei und traf dann ins Tor. Sein erster Saisontreffer, nachdem er bereits Mitte August im DFB-Pokal sehenswert zum vier zu vier getroffen hatte.

Ein wenig überraschend kam der Treffer schon, da es die erste richtige Torchance für die Braunschweiger in der Partie war. In der neunundsechzigsten Minute wechselte Trainer Backhaus dreifach und brachte unter anderem den erst am Freitag vorgestellten Neuzugang Patrick Nkoa. Auch Bielefelds Trainer wechselte in der Schlussphase doppelt, um den Druck noch einmal zu erhöhen.

Den Braunschweigern war bereits anzusehen, dass sie nach dem kräftezehrenden Spiel Mitte August kaputt und müde waren. Fünf Minuten vor Schluss stand Eintracht tief hinten drin, um das eins zu null über die Bühne zu bringen. Die Braunschweiger schlugen die Bälle lang und unkontrolliert aus dem eigenen Strafraum heraus. Es war fast zu erahnen, dass dies nicht bis zum Abpfiff gut gehen sollte.

Und so kam es dann auch: In der neunzigsten Minute bekamen die Braunschweiger den Ball im eigenen Strafraum nicht geklärt, sodass Young zum eins zu eins aus kürzester Distanz ausglich. Der Treffer wurde minutenlang vom Video Assistant Referee geprüft, letztendlich aber gegeben. Aus dieser langen Wartezeit resultierte dann auch die Nachspielzeit von neun Minuten, in der beide Mannschaften nochmals Torabschlüsse erzielen konnten, diese jedoch zu zentral geschossen wurden, sodass die Abschlüsse für die Torhüter Hoffmann und Kerksen keine Herausforderung darstellten.

Insgesamt erkämpft sich Eintracht einen Punkt gegen Arminia Bielefeld, über den man sich definitiv freuen darf. Für die Tabelle bedeutet das sieben Punkte nach vier Spieltagen – ein gelungener Saisonauftakt für die Braunschweiger.

In der Länderspielpause wird es nun darum gehen, die Kräfte zu mobilisieren, damit dann in zwei Wochen, Mitte September, in Darmstadt die Eintracht erneut um drei Punkte kämpfen kann.