Eintracht Braunschweig spielt 1:1 unentschieden gegen Hertha BSC
Von Jana Lippelt
Nach der deutlichen 1:4-Niederlage in Bochum war für Eintracht Braunschweig Wiedergutmachung angesagt. Vor allem defensiv wollte man stabiler stehen, doch dieses Vorhaben bekam früh einen empfindlichen Dämpfer.
Schiedsrichter Alt pfiff die Partie pünktlich um 13:30 Uhr im Eintracht-Stadion an, und die Gäste aus Berlin übernahmen direkt die Initiative. Bereits in der 5. Minute musste Hoffmann erstmals eingreifen, wirkte beim Nachschuss allerdings unsicher. Glück für die Eintracht, dass ohnehin auf Abseits entschieden wurde. Auf der anderen Seite sorgte eine Ecke von Aydin in der 8. Minute für die erste Annäherung, doch Heußer setzte den Ball deutlich über das Tor.
Nur eine Minute später folgte der nächste Rückschlag. Nach einem langen Ball durch alle Ketten der Braunschweiger sah sich Hoffmann gezwungen, Schuler zu Fall zu bringen – Elfmeter und Gelb waren die folgerichtige Entscheidung. Reese trat an, Hoffmann parierte zunächst stark, doch gegen den Nachschuss war er machtlos. Eintracht lief damit erneut früh einem Rückstand hinterher.
In der Folge zeigte sich ein altbekanntes Bild. Hertha zog sich etwas zurück und lauerte auf Konter, während Braunschweig zwar mehr Ballbesitz hatte, damit jedoch kaum etwas anzufangen wusste. Immer wieder kamen die Berliner gefährlich durch, insbesondere Reese blieb ein ständiger Unruheherd. In der 34. Minute hatte Eintracht großes Glück, als Schuler nach einem starken Steckpass nur den Pfosten traf.
Offensiv blieb Braunschweig über weite Strecken ideenlos. Ansätze über Tempelmann waren erkennbar, zwingende Abschlüsse jedoch Mangelware. Erst in der Nachspielzeit der ersten Hälfte wurde es plötzlich gefährlich. Nach mehreren Ecken rettete Hertha-Keeper Ernst gleich mehrfach stark aus kürzester Distanz. Dennoch ging es unter einigen Pfiffen der Zuschauer mit einem verdienten 0:1 in die Pause.
Eintracht verschlief den Beginn, geriet früh in Rückstand und fand offensiv lange überhaupt keine Lösungen. Hertha hingegen spielte zielstrebiger und hätte die Führung ausbauen müssen. Die späten Chancen der Braunschweiger waren ein kleiner Hoffnungsschimmer für Hälfte zwei, mehr aber auch nicht.
Ohne personelle Veränderungen ging es in den zweiten Durchgang, in dem Braunschweig zumindest etwas aktiver wirkte. Tempelmann versuchte es früh aus der Distanz, verfehlte das Ziel jedoch knapp. Auch nach Standards wurde es gefährlicher, es blieb aber einfach nicht zwingend genug.
Trotzdem blieb die Partie lange offen. Auch, weil Hertha erneut Aluminium traf. Schuler scheiterte in der 60. Minute diesmal an der Latte. In der 62. Minute zeigte Eintracht eine ihrer besseren Offensivaktionen im Spiel, doch Mijatovic fand in Ernst seinen Meister.
Trainer Kornetka reagierte nach 65 Minuten und brachte mit einem Dreifachwechsel frischen Wind. Eine Maßnahme, die sich auszahlen sollte. Alidou hatte Sekunden nach seiner Einwechslung die große Chance zum Ausgleich, verzog jedoch knapp links am Tor vorbei, nachdem er auf der rechten Seite viel Platz bekam.

Die entscheidende Szene folgte in der 71. Minute. Nach einem harten Einsteigen von Eichhorn gegen Flick im Mittelfeld griff der VAR ein, Schiedsrichter Alt korrigierte seine ursprüngliche Entscheidung der gezeigten gelben Karte und zeigte Rot. Braunschweig spielte die letzten 20 Minuten in Überzahl und konnte diese dann auch ausnutzen.
In der 78. Minute fasste sich Marie ein Herz und traf mit einem sehenswerten Distanzschuss aus rund 20 Metern in den Winkel – ein echtes Traumtor zum 1:1. In der Schlussphase drängte Eintracht zwar auf mehr, klare Chancen blieben jedoch aus.
Am Ende steht ein 1:1, das sich nach zwei völlig unterschiedlichen Halbzeiten einordnen lässt. Während Hertha im ersten Durchgang von den Chancen klar überlegen war und die Partie eigentlich hätte entscheiden müssen, zeigte Braunschweig nach der Pause eine deutliche Leistungssteigerung und verdiente sich den Punkt zumindest noch.
Dennoch bleibt ein kritischer Gesamteindruck. Über weite Strecken fehlten Struktur, Ideen und Konsequenz im Spiel nach vorne. Die positiven Impulse kamen vor allem durch die Wechsel. Mit Blick auf den Abstiegskampf wird eine solche Leistung auf Dauer nicht ausreichen.
Da Fürth sein Parallelspiel gegen Darmstadt spät gewann, bleibt Eintracht Braunschweig mit 31 Punkten auf dem Relegationsplatz. Die Lage bleibt angespannt.
Schon am kommenden Freitag bietet sich die nächste Chance, wichtige Punkte zu sammeln. Dann gilt es vor allem, von Beginn an wach zu sein, denn ein erneuter Leistungsunterschied zwischen zwei Halbzeiten könnte im Saisonendspurt teuer werden.
