Eintracht Braunschweig gewinnt letztes Heimspiel der Saison mit 2:1 gegen Dynamo Dresden

Eintracht feiert 2:1 Heimsieg im letzten Heimspiel der Saison mit einem bärenstarken Hoffmann und lautstarken Fans im Rücken

Von Jana Lippelt

Eintracht Braunschweig hat im letzten Heimspiel der Saison einen immens wichtigen Sieg im Abstiegskampf eingefahren. Vor 13 Uhr im Eintracht-Stadion war die Ausgangslage klar: Die Löwen standen mit 34 Punkten auf Tabellenplatz 15 und brauchten gegen Dynamo Dresden zwingend drei Punkte. Dass dafür Tore nötig sein würden, war offensichtlich – gerade weil sich die Braunschweiger über die gesamte Saison hinweg im Offensivspiel oft schwergetan hatten. Überraschend stand dabei Kaufmann in der Startelf, der als Identifikationsfigur und Kämpfer vorangehen sollte.

Von Beginn an war zu erkennen, worum es für die Eintracht ging. Die Mannschaft warf viel Kampf in die Partie, besonders Tempelmann ging mit großer Intensität voran. Spielerisch blieb die Anfangsphase allerdings auf beiden Seiten überschaubar. Dresden kam nach neun Minuten durch einen Freistoß erstmals vor das Tor der Löwen, wirklich brenzlig wurde es jedoch nicht. Auch eine Ecke der Gäste wenig später brachte keine Gefahr.

Nach zwanzig Minuten fiel dann etwas aus dem Nichts die Führung für die Braunschweiger. Dresden bekam den Ball im eigenen Strafraum überhaupt nicht geklärt. Tempelmann setzte sich links stark durch und brachte den Ball hinein, Alidou verpasste zunächst per Kopf, doch Flick kam aus rund 15 Metern zum Abschluss und hämmerte den Ball links unten ins Tor. Für Flick war es das erste Tor im Trikot der Blau-Gelben und ein enorm wichtiger Treffer obendrauf.

Die Antwort der Dresdener ließ allerdings nicht lange auf sich warten. Nur zwei Minuten später musste Hoffmann erstmals sein ganzes Können zeigen und parierte aus kürzester Distanz sensationell gegen Vermeij mit seinem linken Arm. Überhaupt war der Braunschweiger Schlussmann früh ein entscheidender Faktor. Während Dresden zunehmend Druck entwickelte, sorgte Tempelmann offensiv beinahe im Alleingang für Entlastung. Nach einem weiteren starken Dribbling legte er für Kaufmann ab, dessen Distanzschuss das Tor jedoch deutlich verfehlte.

Bis zur Pause blieb die Partie intensiv, ohne dabei fußballerisch zu glänzen. Dresden kam immer wieder gefährlich vors Tor, scheiterte aber erneut an Hoffmann, der auch in der 35. Minute stark rettete, nachdem die Gäste sich mit wenigen Pässen durchkombiniert hatten. So ging es nach fünf Minuten Nachspielzeit mit einer knappen 1:0-Führung in die Kabine.

Auch nach dem Seitenwechsel blieb Tempelmann der auffälligste Braunschweiger – und erneut leitete er den nächsten Treffer ein. In der 50. Minute spielte Kaufmann eine wunderschöne Flanke in den Strafraum, wo Alidou den Fuß hinhielt und zum 2:0 einschob.

Doch die Gäste erhöhten danach den Druck enorm. Mehrere Ecken sorgten für große Unruhe im Braunschweiger Strafraum, einmal musste die Eintracht sogar auf der Linie retten. Spätestens jetzt wurde klar, dass die Löwen sich nicht nur aufs Verteidigen verlassen konnten. Spielerwechsel und frische Kräfte sollten helfen, doch Dresden drängte weiter.

Die spielentscheidende Szene folgte dann in der 65. Minute. Nach einem Ellenbogentreffer von Kaufmann gegen Vermeij überprüfte der VAR die Situation  und entschied auf Elfmeter für Dresden. Etwas glücklich, dass Kaufmann nicht dem Feld verweisen wurde, da er bereits 2 Minuten vorher die gelbe Karte gesehen hatte. Kutschke trat an, schoss kraftvoll halbhoch nach links, doch Hoffmann hielt auch diesen Strafstoß sensationell  und krönte damit seine überragende Leistung.

Braunschweig die Partie nicht wirklich beruhigt. Dresden blieb am Drücker, während die Eintracht kaum noch für Entlastung sorgen konnte. Hoffmann rettete erneut stark, als er einen freien Abschluss der Dresdener mit den Fingerspitzen über die Latte lenkte. Vier Minuten vor Schluss war es dann aber doch passiert. Nach einer Ecke von rechts köpfte Kutschke zum 2:1 ein und leitete eine hektische Schlussphase ein.

Die sieben Minuten Nachspielzeit fühlten sich aus Braunschweiger Sicht deutlich länger an. Die Eintracht stand nur noch tief in der eigenen Hälfte und verteidigte mit allem, was möglich war. Bobzien vergab eine große Möglichkeit zum Ausgleich, wenig später rettete sogar noch die Latte für die Blau-Gelben. Erst als Hoffmann die letzte Dresdener Ecke sicher aufnahm, war der umkämpfte Heimsieg perfekt.

Am Ende gewinnt Eintracht Braunschweig mit ganz viel Leidenschaft, Kampf und lautstarker Unterstützung der eigenen Fans ein enorm wichtiges Spiel im Abstiegskampf. Der klare Matchwinner war dabei Hoffmann, der mit mehreren herausragenden Paraden und einem gehaltenen Elfmeter wohl sein bestes Saisonspiel zeigte. Spielerisch war das sicher kein Leckerbissen, doch genau darauf kommt es im Tabellenkeller nicht mehr an. Entscheidend war einzig, dass die drei Punkte an der Hamburger Straße bleiben.

Nun gehen die Blicke nach Düsseldorf und Fürth, deren Partien am Sonntag zeigen werden, wie wertvoll dieser Sieg tatsächlich war. Fest steht aber schon jetzt: Im letzten Saisonspiel auf Schalke muss die Eintracht kommende Woche noch einmal alles hineinwerfen, um gegen den bereits feststehenden Aufsteiger den Klassenerhalt perfekt zu machen.