Aus dem Stadt- und Bildarchiv KÖNIGSLUTTER
Beobachtungen zum Lauf und ihrem Wasser – von Heinrich Medefind (2015/19)
Man sagt auch gern nur kurz „Lutter“, wenn unsere Stadt am Elm gemeint ist. Nicht jedermann ist die Herkunft des Namens bekannt. In den Jahren von ca. 2015 bis 2019 hat sich Heinrich Medefind ausführlich mit dem Namen und auch mit dem kleinen Fluss befasst, so entstand eine beachtenswerte Beschreibung. So ausführlich, dass nur einzelne Teilstücke hier im Stadtbüttel mit seiner freundlichen Genehmigung veröffentlicht werden kann. Herzlichen Dank! – Der erste Teil ist veröffentlicht im Stadtbüttel Ausgabe Februar 2025 und beschrieb das Quellgebiet. Im Stadtbüttel Ausgabe August folgte Teil 2, bis zum „Wasserfall“. Der Teil 3 wurde im Stadtbüttel Ausgabe Oktober 2025 mit den Standorten von 7 (Auf dem Teichdamm) bis 8 (Standort vor Hauptgebäude an der Ostseite des Westflügels) abgedruckt. Vom Standort 9 (Am Turbinenhaus am Westflügel) bis zum Standort 10 (Lutter unterhalb des Westwerks der Kirche am Wasserfall) wurde der Lauf der „Lutter“ im Stadtbüttel Ausgabe Januar 2026 beschrieben (Teil 4). Es folgte in Teil 5 der Standort 11 (Stiftstraße mit Blick auf den Glockenkamp) und Standort 12 (An der „Brücke“ Schöppenstedter Straße). Mit Teil 6 der der Wasserlauf ab der „Renne“ beschrieben.
Heinz-Jürgen Weist
Die Lutter entspringt am nördlichen Rand des Elms und mündet nach ca. 7 km in die Schunter.
Von der Quelle bis zur Schunter ist ihr Bachlauf von Menschen reguliert und verändert. Im Bereich der Stadt Königslutter wird sein Verlauf immer auf Hanghöhe geführt, in der Feldmark Königslutter und Rottorf nach der Separation Mitte des 19. Jahrhundert begradigt und der neuen Felder-Ordnung angepasst.
Fortsetzung Nr. 7
Standort 14 Stobenberg, Lutterbrücke
Die Lutter kommt in einen tiefen, steinernem Bett von der Jacobsmühle auf der Mühlenstraße. Von der „Brücke“ (Standort 11) fließt sie durch Gärten, am Schulhof der Driebeschule entlang. Hier wird, durch einen Damm hangabwärts, ihr Bett auf Höhe gebracht, um in der Jacobsmühle eine Fallhöhe von mehreren Metern zu erreichen. Am Anfang des Mühlengrundstücks ist ein Schütt vorhanden, das gezogen, die Wasser in die Freiflut (Umflutgraben) leitet. Die Freiflut verläuft offen auf der Grenze zu den Nachbargrundstücken Breite Straße, quert in Röhren die Mühlenstraße und mündet ca. 40 m von unserm Standplatz wieder in die Lutter.
An der Brücke bachabwärts war eine alte Schöpfstelle, einige Stufen abwärts zum Wasser mit Sicherung durch eine Gittertür. Rechts unter der Steinbrüstung ist ein Schieber, der die Wassermenge reguliert, die dort abfließt. Diese Anlage dient dem Hochwasserschutz in der Stadt und wurde auch als Freiflut der Herrenmühle gebraucht. Die Wasser laufen kanalisiert unter dem Stobenberg zur Driebe, nehmen dort auch das Oberflächenwasser auf, queren die Helmstedter Straße und verlaufen als offenen Bach hinter den Häusern der Straße zur Rottorfer Straße. Hier versorgte das Wasser dieses Lutterzweigs von 1895-1938 Königslutters altes Freibad im Garten der Gasanstalt und die Zuckerfabrik bis zu ihrer Stilllegung. In diesem Bereich wieder verrohrt fließt sie wieder als offener Bach Am Dönnekenberg, quert die Arndtstraße, die Eisenbahnstrecke und mündet zwischen der Schaarenmühle (jetzt “Die alte Wassermühle“) und Papiermühle wieder in die Lutter.
Der Hauptlauf unserer Lutter geht weiter, hangseitig sein Bett durch einen Damm geschützt, nach Norden in Richtung Herrenmühle.
Standort 15 Herrenmühle
(Um die Anlage hinter der Mühle besichtigen zu können, bedarf es der Erlaubnis des Eigentümers!) – Auf der Südseite der Mühle kommt die Lutter von einem relativ steilen Hang und wird auf einem Aquädukt, 1631 erbaut an die Ostseite der Mühle zum Wasserrad (jetzt abgebaut) geführt. Das Gefälle beträgt 9.5 m.
Oberhalb der Mühle zweigte ein Augang ab, der sich im Garten teilte. Der östliche Augang verlief zwischen den Grundstücken Gänsemarkt Nr.1 und Nr.2 über die Straße Gänsemarkt, hinter den Häusern der Marktstraße und des Marktes über die Westernstraße und traf An der Stadtmauer auf den Augang der von der Renne über die Wallstraße kam.
Der Andere kreuzte den Sack auf halber Höhe, ging über das Grundstück Kattreppeln Nr. 10, lief als offener Gang auf der Neuen Straße bis zur Mittelgasse, durch den Garten Neue Straße 12 (jetzt Parkplatz), um wieder in den obigen Augang aufgenommen zu werden. Eine Seitenmauer dieser Rinne ist noch am Durchgang auf der Grenze zwischen Parkplatz und dem Marktplatzgrundstück erhalten.
Ein aktuelles Foto, aufgenommen im März 2026, während einer offiziellen Führung durch Frau Birgit Wöbbeking. So war es möglich die Anlagen hinter der „Herrenmühle“ zu betreten. Das Wasser der Lutter wird in einem offenen Trog über das „Aquädukt“ auf die Ostseite des Mühlengebäudes geführt. Steht man vor der Herrenmühle und geht zur linken Hausseite kann das fallende Wasser gehört und auch gesehen werden. – Foto Heinz-Jürgen Weist
