Braunschweig verspielt erste Hälfte — der Keller droht

Zweikampfsituation zwischen Eintrachts Flock und Osnabrücks Badjie
Spannende Zweikampfe lieferte sich VfL Osnbabrück und Eintracht Braunschweig, hier mit Flick und Badjie

Bitter: Eintracht Braunschweig verspielt Überlegenheit und kassiert drei Treffer

OSNABRÜCK. Vor den Fans an der Bremer Brücke lieferte die Mannschaft von Lars Kornetka eine starke erste Hälfte und verlor am Ende trotzdem deutlich mit 1:3 gegen Aufsteiger VfL Osnabrück.

Die erste Hälfte gehörte klar den Löwen. Schon in der 12. Minute meldete sich Samuele Di Benedetto mit einem wuchtigen Abschluss zu Wort VfL-Keeper Jonas Krumrey war gerade noch rechtzeitig zur Stelle. Zehn Minuten später wäre Krumrey geschlagen gewesen: Nach einem Eckball kam Andi Hoti aus der zweiten Reihe zum Abschluss, der Ball landete abgefälscht am Pfosten. Pech für die Eintracht. Es sollte kein Einzelfall bleiben. Yann Sturm scheiterte gleich zweimal an Krumrey, in der 25. und in der 34. Minute. Max Marie versuchte es in der 39. Minute gleiches Ergebnis. Sieben Torschüsse, kein Treffer. Die Eintracht hatte das Spiel nach eigenen Angaben komplett unter Kontrolle, das Chancenplus war klar. Doch die Führung fiel nicht. Torlos ging es in die Pause.

**Die zweite Hälfte: Drei Gegentore in 28 Minuten**

Was nach der Pause folgte, war das genaue Gegenteil der ersten 45 Minuten. Lars Kornetka hatte in der Halbzeit besprochen, noch eine Schippe draufzulegen. Es kam anders. In der 52. Minute bekam Osnabrück eine Ecke eine Situation, die laut Kornetka bereits im Vorfeld hätte besser verteidigt werden können. Daniel-Kofi Kyereh nutzte die Unordnung in der Braunschweiger Abwehr und vollendete zur Osnabrücker Führung. Der erste Gegentreffer wirkte wie ein Schock. Die Eintracht fand keine Antwort.

Vierundzwanzig Minuten später schlug der VfL erneut zu. Bjarke Jacobsen erhöhte in der 76. Minute auf 2:0 erneut nach einer Ecke. Vier Minuten später legte Robin Meißner nach und machte in der 80. Minute das 3:0 perfekt. Drei Tore in 28 Minuten, zwei davon nach Ecken. Timo Schultz und sein VfL nutzten die Schwäche der Braunschweiger bei Standards gnadenlos aus. In der 88. Minute gelang Yann Sturm zwar noch der Anschlusstreffer zum 1:3, aber der kam einfach viel zu spät. Das Endresultat: 3:1 für Osnabrück.

**Tabelleneinordnung: Braunschweig im Abstiegskampf**

Nach diesem vierten Spieltag steht Eintracht Braunschweig mit drei Punkten auf Platz 14 der Tabelle Bilanz: ein Sieg, null Unentschieden, drei Niederlagen, Tordifferenz 10:10. Die Ausgangslage ist ernst. Die Eintracht befindet sich mit drei Punkten genau auf Platz 14, punktgleich mit dem Tabellensiebzehnten Dynamo Dresden. Und genau dieses Team ist der nächste Gegner der Löwen. Man kann da schonmal klar behaupten – ein echtes Kellerduell. Wer es verliert, der steckt im psychologisch so belastenden Abstiegsstrudel.

Die Spieler suchen die Fehler klar bei sich selbst. Aaron Opoku sagte nach dem Abpfiff: Wir haben in der ersten Halbzeit das Spiel komplett unter Kontrolle und müssen uns da einfach belohnen. Jeder kennt es im Fußball, machst du es vorne nicht, kriegst du’s hinten rein. Am Ende des Tages ist es unnötig und naiv von uns dieses Spiel aus der Hand zu geben. Wir bringen Osnabrück selbst ins Spiel und fressen in den letzten Partien zu viele Gegentore, vor allem auch nach Standards. Das müssen wir definitiv abstellen.“ Auch Mehmet Can Aydin sprach Klartext: Wir brechen nach dem Gegentreffer ein, was nicht passieren darf. Heute sah es einfach so aus, als wenn wir nach dem ersten Gegentreffer kopflos waren, so dann auch das zweite und dritte Tor kassieren. Tore nach Standards sind vermeidbar. Daran müssen wir arbeiten.“

Lars Kornetka analysierte die Partie nüchtern: Das Ergebnis war nach der ersten Hälfte so nicht zu erwarten. Wir haben in der ersten Halbzeit 7:0 Torschüsse, machen aber leider keinen Treffer. Dann bekommen wir in der zweiten Hälfte durch eine Situation, die wir vorab schon hätten besser verteidigen können, eine Ecke gegen uns.“ Timo Schultz und sein VfL Osnabrück haben dagegen wenig zu beklagen der Aufsteiger nutzte seine Chancen eiskalt.

**Ausblick: Heimspiel gegen Dresden darf kein Selbstläufer sein**

Schon am 12. September geht es für die Eintracht weiter. Dann kommt Dynamo Dresden ins Eintracht-Stadion. Ein Sieg wäre für Lars Kornetka und seine Mannschaft enorm wichtig, um Abstand zu den gefährlichen Rängen zu gewinnen. Mehmet Can Aydin zeigte sich trotz der Niederlage kämpferisch: In der zweiten Liga kann man gegen jeden gewinnen. Das stimmt mich auch positiv für die kommende Woche gegen Dresden.“ Die Worte klingen richtig. Jetzt müssen Taten folgen.