Braunschweig verspielt 2:0 — Hertha dreht Partie in 3:5

Hertha BSC Berlin war zu Beginn das bessere Team.
Eintracht gegen Hertha BSC Berlin

Bittere Heimpleite: Löwen geben 2:0-Führung gegen Hertha aus der Hand

BRAUNSCHWEIG. Vor 21.883 Zuschauern im EINTRACHT-STADION an der Hamburger Straße startete die Mannschaft von Lars Kornetka vielversprechend in die Partie gegen Hertha BSC und verlor am Ende dennoch deutlich mit 3:5.

Yann Sturm brachte den BTSV früh in Führung. Niklas Kolbe konnte den Ball unter Bedrängnis nicht ausreichend kontrollieren, Sturm spitzelte dem Berliner das Leder vom Fuß und stand plötzlich allein vor Keeper Marius Gersbeck. Der 21-Jährige guckte den Torwart aus und vollendete eiskalt zum 1:0 in der 9. Minute. Die Alte Dame erhöhte danach zwar die Schlagzahl, aber die Löwen bekamen immer wieder den Fuß dazwischen. In der 27. Minute scheiterte Sturm an einer Doppelchance, Julian Eitschberger rettete in höchster Not für die Berliner. Der Matchplan der Braunschweiger, sich auf Konter zu verlagern, schien aufzugehen. In der 33. Minute schlug Kevin Ehlers zum 2:0 ein und die Eintracht hatte die Partie scheinbar im Griff.

**Zwei Schläge kurz vor der Pause brechen den Braunschweiger Rhythmus**

Was dann in den letzten Minuten der ersten Halbzeit passierte, war der Wendepunkt der Partie. Jón Dagur Thorsteinsson verkürzte in der 44. Minute auf 2:1. Nur vier Minuten später, noch in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit, glich Josip Brekalo zum 2:2 aus. Zwei Treffer innerhalb weniger Minuten und die Führung, die Braunschweig über weite Strecken der ersten Halbzeit kontrolliert hatte, war Geschichte. Lars Kornetka schickte seine Mannschaft mit einem ausgeglichenen Stand in die Kabine, obwohl der BTSV lange wie der sichere Sieger ausgesehen hatte.

Der zweite Durchgang begann, und mit ihm kippte das Spiel endgültig zugunsten der Hauptstädter. In der 53. Minute war es ausgerechnet Kevin Ehlers, dem Schützen zum 2:0, der den Ball ins eigene Tor bugsierte. Hertha führte nun erstmals, und die Braunschweiger fanden kein Mittel mehr dagegen. In der 69. Minute erhöhte Josip Brekalo per Elfmeter auf 4:2 für die Gäste und machte den Deckel auf die Partie. In der Schlussphase versuchte die Eintracht nochmal zu reagieren: Jan Urbich traf in der 88. Minute zum 3:5-Endstand. Kurz zuvor hatte Oluwaseun Victor Adewumi in der 87. Minute für Hertha auf 5:2 erhöht, ehe Urbich den Schlusspunkt setzte. Die Gegentreffer fielen zu schnell, zu spät und der Rückstand war zu groß, um noch einmal in die Partie zurückzukehren.

**Braunschweig mit nur zwei Punkten Puffer auf die Abstiegszone**

Nach drei Spieltagen zeigt der Trend Richtung Tabellenkeller. Mit dem überraschenden Sieg der Osnbabrücker in Bochum kommt der nächsten Partie der Löwen bereits wieder besondere Bedeutung zu. Die Löwen reisen nach Osnabrück, Eine weitere Niederlage und man ist wieder mitten drin. Zehn Tore in drei Heimspielen, das spricht eine deutliche Sprache, Eintracht hat defensiv wieder arge Probleme.

Hertha BSC hingegen führt die Tabelle nach dem dritten Spieltag mit neun Punkten aus drei Siegen souverän an. Stefan Leitl hat seine Mannschaft bislang makellos durch die Saison geführt.

Braunschweigs Trainer Lars Kornetka hatte vor dem Spiel die Bedeutung der Partie betont: Das Spiel morgen ist brutal wichtig. Wir wollen das unbedingt gewinnen, das steht ganz oben auf der Agenda.“ Herausgekommen ist eine deutliche Heimpleite, die Fragen aufwirft. Die Führung war da, der Plan schien zu funktionieren und dann brach in den letzten Minuten der ersten Halbzeit alles zusammen.

Schon am 6. September ist die nächste Gelegenheit zur Reaktion. Eintracht Braunschweig tritt beim VfL Osnabrück an. Für Lars Kornetka und seine Mannschaft gilt es, eine Antwort auf die bittere Heimniederlage gegen Hertha BSC zu finden und den Abstand nach unten zu vergrößern, bevor die Abstiegsplätze bedrohlich nah rücken.