Auf Einladung des Unterhaltungsverbandes Schunter bereisten Mitglieder der Altersabteilung der OFW Essenrode die Schunter im Bereich der Stadt Braunschweig und des Landkreises Gifhorn, um die dort noch bestehenden Bauwerke in und für die Schunter sowie einige dort vom Verband vorgenommene Fließgewässerentwicklungsmaßnahmen zu besichtigen.
Los ging es zunächst von Essenrode aus zur noch bestehenden Freiflutwehranlage in Wenden. Dieses bereits aus dem 18. Jahrhundert bestehende Wehr wurde vor rd. 25 Jahren von der Stadt Braunschweig unter Denkmalschutz gestellt, vom UV Schunter danach vollständig restauriert und wieder gangbar gemacht. Um dort die Durchgängigkeit für Fische und andere
Lebewesen sicherzustellen, wurde ein Umgehungsgerinne mit starker Lockströmung gebaut, das den Aufstieg den Fischen und anderen Wasserlebewesen um das Wehr herum ermöglicht. Da die zum Wehr gehörenden Wehrtafeln aus schwerem Eichenholz noch mechanisch zu betreiben sind, durften 3 Feuerwehrkameraden die Wehranlage mit Muskelkraft betätigen. Das Wasser schoss letztlich mit großer Gewalt über den Schussboden in den Wehrkolk und in atemberaubender Geschwindigkeit füllte sich das Becken unterhalb der Wehranlage. Jeder konnte sehen, welche Kraft und Dynamik in diesem Wasserstrom steckte. Abschließend besichtigten die Feuerwehrkameraden noch den dazu gehörenden Umfluter, der den Fischen den Aufstieg um das Wendenwehr sichert.
Von der beeindruckenden Wehranlage ging es weiter zum Mittellandkanaldüker in Wenden. Hier fällt die Schunter 11m herunter, quert in einem Tunnelsystem, das auch Hochwasser- abflüsse zulässt, den Mittellandkanal und kommt auf der gegenüberliegenden Kanalseite in Thune wieder auf gleicher Höhe wie in Wenden ans Tageslicht. Da diese Anlage sehr ver- steckt liegt und noch keiner der Feuerwehrkameraden dieses kannte, hatte Verbandschef Werner Denneberg bei seinen Erläuterungen sehr interessierte Zuhörer. Der Kanaldüker wurde vor kurzem vom Wasser- und Schifffahrtsamt Braunschweig als dafür zuständige Behörde von Sediment geräumt. Etwas 2000 Tonnen Sand und Schlamm wurden aus den Dükerröhren entnommen und abgefahren.
„In Walle ist sie alle“ unsere Schunter. Die Einmündung der Schunter in die Oker unterhalb von Walle wünschten sich die Essenröder Feuerwehrkameraden als nächstes Ziel. Nach gut 60 Kilometern und 114 m Gefälle von der Quelle bei Räbke bis zur Oker geht das Schunter- wasser nun in die Oker, bis es dann über Aller und Weser in die Nordsee mündet.
Einen weiteren Halt gab es dann noch an dem 2025 neu erstellten Wassererlebnisplatz in Königslutter-Beienrode. Im Rahmen einer umfangreichen Gewässerentwicklungsmaßnahme zwischen Beienrode und Ochsendorf durch den Nds. Landesbetrieb für Wasser-, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) hat der Schunterverband an der ehemaligen Sohlgleite in Beienrode einen Wassererlebnisplatz erstellt, an dem man nicht nur das Schunterwasser belauschen oder wahrnehmen und beobachten kann, sondern wo die Schunter auch zum Baden, zum Erleben des Wassers einlädt. Zudem stehen genügend Bänke, Fahrradabstellmöglichkeiten und Informationstafeln zur Verfügung, um sich vor Ort über die Gewässerentwicklung in diesem Bereich zu informieren. Ein weiteres Highlight an diesem Platz ist der bei den Baggerarbeiten aufgetauchte Grenzstein Nr. 97 von der dort verlaufenden ehemaligen Grenze zwischen dem Königreich Hannover und dem Herzogtum Braunschweig.
Abschluss der Schunterrundreise war dann das Gelände des ehemaligen Landeskrankenhaus in Königslutter am Elm, das von der Lutter, einem der stärksten Nebengewässer der Schunter, durchflossen wird. Neben der beeindruckenden 1200- Jahre alten Kaiser- Lothar-Linde sollte auch der seit Jahrhunderten bestehende, überaus mächtige Ducksteinwasserfall im Berggarten des Geländes besichtigt werden. Leider war dieser Bereich wegen des bevorstehenden Dom-festes abgesperrt. Auch wenn dieses Highlight nicht gezeigt werden konnte, war die Fahrt über das weiträumige, von vielen Kunstwerken geprägte Krankenhausgelände für alle ein einmaliges Erlebnis.
Nach einer abschließenden Rast im Autohof Wendhausen ging es dann mit vielen neuen Eindrücken über den Elmfluss wieder zurück nach Essenrode.
Werner Denneberg
