20 Jahre Weidenkirche

Weidenkirche
Weidenkirche

Es gibt wohl kaum ein Gotteshaus in der Region, dass sich so im Wandel der Jahreszeiten präsentiert wie dieses: Im Frühjahr schlägt sie kräftig aus, im Sommer spendet sie ein schützendes Blätterdach, im Herbst färbt sie sich bunt und im Winter steht sie stolz und kahl im Wind. Die Weidenkirche „Friedrich Spee“ in Wendeburg feiert ihr 20-jähriges Bestehen. Ein Bauwerk, das nicht aus Stein und Mörtel besteht, sondern stetig weiterwächst.

Die Geschichte der Weidenkirche begann mit einer Vision. Nachdem die Autobahnkirche 2005 sehr gut angenommen wurde, wandten sich der damalige Wendeburger Pastor Otto Pfingsten und Kreisbaurat Wolfgang Gemba dem nächsten Projekt zu. Inspiriert von der Tradition des natürlichen Bauens und den Ideen des Künstlers Marcel Kalberer, initiierten sie ein außergewöhnliches Folgeprojekt: Eine Kirche aus lebendigen Pflanzen.

 

Ständige Pfleg zur Stabilität

Im frostigen Februar 2006 packten zahlreiche ehrenamtliche Helferinnen und Helfer an, um die benötigten Weidenruten zu ernten. Am 27. Mai 2006 begann schließlich der eigentliche Bau. Junge und alte Menschen flochten gemeinsam die kraftvollen Ruten zu acht majestätischen Bögen.

Schon bald fand das Projekt auch überregionale Anerkennung. Im Jahr 2007 folgte die feierliche offizielle Einweihung durch den damaligen Landesbischof Dr. Friedrich Weber. Kurz darauf übernahm der damalige niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff die Schirmherrschaft. Benannt wurde die Kirche im August 2007 nach dem Jesuitenpater Friedrich Spee, ein klares Signal für den gelebten ökumenischen Geist dieses Ortes, der allen christlichen Konfessionen offensteht.

Ein solch dynamisches Bauwerk verlangt kontinuierliche Zuwendung. Damit die Bögen stabil bleiben und die Kirche ihre Form nicht verliert, braucht es ständige Pflege. Seit dem 24. Juli 2007 kümmert sich der eigens gegründete Verein „Frünne vonne Wiehenkerke e.V.“ mit Herzblut um den Erhalt. Ein Team aus rund 20 aktiven Mitgliedern sorgt durch regelmäßige Pflegedienste, das Beschneiden und Kontrollieren der Weiden dafür, dass dieser besondere Ort für die Gemeinde bewahrt bleibt. Das zeigt sich auch im Gemeindeleben: Seit 2009 fanden hier über 170 Taufen und zahlreiche Trauungen statt, ergänzt durch Veranstaltungen wie den Weihnachtsmarkt oder Backtage am Holzbackofen der Bäckerei Grete.

Feier am 15. und 16. August

Das runde Jubiläum wird im Spätsommer gebührend gefeiert. Am 15. August, lädt der Verein zu einem Fest für alle Mitglieder, deren Familien, Freunde sowie die zahlreichen Unterstützer ein, die das grüne Denkmal über zwei Jahrzehnte getragen haben. Am darauffolgenden Sonntag, den 16. August, öffnet die Weidenkirche dann ihre Pforten für die breite Öffentlichkeit: Im Rahmen des „Tags der offenen Pforte“ sind alle Interessierten eingeladen, das einzigartige Bauwerk hautnah zu erleben, sich auszutauschen und die lebendige Atmosphäre dieses grünen Doms zu genießen. Ein besonderes Highlight wartet an diesem Festwochenende auf alle Kulinariker: Der Holzbackofen der Bäckerei Grete wird wieder angeheizt. Frisch gebackene, traditionelle Brote können direkt vor Ort erworben werden. Wer selbst kreativ werden möchte, ist ebenfalls herzlich willkommen: Das Backen von selbst mitgebrachtem Brotteig ist ausdrücklich erwünscht und sorgt für echtes, gemeinschaftliches Backstuben-Flair unter freiem Himmel.

Die „Frünne vonne Wiehenkerke“ freuen sich auf ein schönes Wochenende an und mit unserer Weidenkriche.

Adrian Schäfer

Foto: Die Weidenkirche im Mai 2007

Zur Startseite